Het oeuvre van J. Anker larsen (onvolledig)

Nederlandse uitgaven:

 

ROMANS:

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Olsens dwaasheid
(leverbaar)

Olsen, de wetende, zit in het gekkenhuis; zij, die niet weten, lopen vrij buiten, maar meestal "verkeerd". J. Anker Larsen varieerde zijn grote thema: het zoeken naar de eeuwigheid. Een moderne "simpele" Parcival zoekt de Heilige Graal. Op zijn levenstocht volgt hij als theologiestudent, mislukte schilder en circusclown de sporen van Don Quichotte - wordt verliefd op een hysterische schilderes, op de weduwe van een universitair professor en op een circusschoonrijdster - en vindt tenslotte zijn geestelijk meester in de gestalte van een circusartiest die hem leert uitbreken uit dit "Internationale Hotel" met hermetisch gesloten ramen en deuren, zoals Olsen in een nachtmerrieachtig visioen het moderne bestaan beschrijft.
Het gaat van willen naar zijn, van boog naar punt, van de bedrijvige en bonte wereld naar het rustige midden - naar de "zaligheid", zoals Olsen het noemt.

Oorspronkelijke Deense titel: Olsens daarskab
Oorspronkelijke Nederlandse titel: Een man in het gekkenhuis (Elsevier 1943)
Geautoriseerde vertaling uit het Deens door Catharina van der Linden
Bewerkt door Stijn Edelman en Anneke Munnik
Uitgave 2006: Stichting Met Open Deur
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Bloemen uit het paradijs - De broeder (leverbaar)



Vertaald en bewerkt door: Dick van Kesteren
Uitgave 2006: Stichting Met Open Deur

Bloemen uit het paradijs is eerder verschenen in het tijdschrift “Perspectieven van wordende cultuur” 1948.
De broeder verschijnt met deze uitgave voor het eerst in het Nederlands.
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De Steen der Wijzen



Vertaling van: De Vises Sten.
Uit het Deens vertaald door A. en E. Huber
Uitgave: Amsterdam : Elsevier
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Martha en Maria

Vertaling van: Martha og Maria. - København : Gyldendal, 1925
Uit het Deens vertaald door A. en E. Huber
Uitgave: Amsterdam : Elsevier - Jaar: 1925
Opbouw: 19 cm - 328 p.
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Roes

Uit het Deens vertaald door G.J. Risselada-Garrer
Uitgave: Amsterdam : Elsevier - Jaar: 1931
Opbouw: 19 cm - 291 p. 
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Heiliging
: een dorpsgeschiedenis



Vertaling van: Sognet som vokser ind i himmelen. - 1928
Uit het Deensch vertaald door G.J. Risselada-Garrer
Uitgave: Amsterdam : Elsevier - Jaar: 1928
Opbouw: 19 cm - 314 p.
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Koning Lear op klompen




Vertaling van: King Lear fra Svensborg. - København, 1932
Uit het Deens vertaald door G.J. Risselada-Garrer
Uitgave: Amsterdam : Elsevier - Jaar: 1933
Opbouw: 19 cm - 303 p. 
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Het papieren scheepje en
De man en de vrouw



Vertaling uit het Deens door
Catharina van der Linden 
Uitgave: De Driehoek - Driehoekserie Jaar: [1946]
Opbouw: 18 cm - 40 p. 
Eerder verschenen in: Perspectieven van wordende cultuur. - 1934, 1945
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VOORDRACHTEN en BIOGRAFISCH:

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Van het werkelijke leven

Voordrachten gehouden op de Internationale School voor Wijsbegeerte
te Amersfoort van 1 tot 3 juli 1927

Vertaald uit het Engels door Tony de Ridder
Uitgave: Amsterdam : Ploegsma - 1e dr.:1927
Opbouw: 19 cm - 61 p. 
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Met open deur:

geestelijke ervaringen van J. Anker Larsen

Vertaling van: For aaben dör
Geautoriseerde vertaling uit het Deens door A. en E. Huber
Uitgave: East-West Publications Fonds
Annotatie: 1e dr. Nederlandse uitg.: Amsterdam : Elsevier, 1927
Opbouw: 21 cm - 78 pagina's
Verschijnt eind 2006 opnieuw bij Uitgeverij Synthese



In "met open deur" beschrijft hij op een eenvoudige wijze hoe hij reeds als kind in een soort bliskemflits een gevoel van gelukzalige bevrijding ervoer, iets wat wij nu 'verruiming van bewustzijn' zouden noemen. Hij verteld wanneer hem dit voor het eerst overkwam en hoe het later in zijn leven steeds bewuster en sterker werd. Maar hij maakt ons tevens duidelijk dat het geen ervaring is die je kunt oproepen. Ze komt over je, maar zo gauw je haar met het verstand wilt begrijpen verdwijnt ze weer.
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Tsjechische uitgaven:

Kámen mudrcu - nakl. Jos. R. Vilímek, Praha 1925

Kámen mudrcu - Avatar, Praha 1999


Dvere dokorán, - Avatar, Praha 1925


Engelse uitgaven:

The Philosophers Stone



Duitse uitgaven:

1. ROMANE von Anker Larsen

PFINGSTSONNTAG ODER PASTOR NEMOS HEIMSUCHUNG 1912



Im Mittelpunkt dieses Buches steht das religiöse Gefühl des Pastor Nemo, der durch ein schweres Unglück eines seiner Gemeindemitglieder und dessen bohrende Fragen, warum sein Gott ihn nicht vor diesem Unglück beschützt habe, in tiefste Gewissenskonflikte mit seinem Glauben und den Lehre der Kirche gerät. Er fühlt seine klassische seelsorgerische Hilfe mehr und mehr ins Leere gehen, versucht sich dem Leben zu stellen, aber es wird wieder nur eine Lebensanschauung daraus. Zum Schluss muss er nach vielen bitteren inneren Kämpfen einsehen, dass unsere Seele nur dann frei werden kann, wenn wir von dem, was wir am meisten lieben, ohne Schmerz Abschied nehmen können.

KAREN KRUSE 1912 (bisher nicht ins Deutsche übersetzt)



Der Roman handelt in halb märchenhaftem Stil von zwei Armenhauskindern. Andreas wandert aus, Karen, unverheiratete Mutter, lernt bei einem gutherzigen armen Einsiedler im Wald dessen Geheimnisse, die ihr zugute kommen, sodass sie bei den Menschen sehr angesehen ist. Er lehrt sie, den Reichtum zu finden "in dem, was zurückbleibt, wenn man an den Menschen gelitten hat". Andreas kehrt reich aus dem Ausland zurück ins heimatliche Dänemark und kauft den Hof, auf dem er als Kind ungerecht behandelt wurde.

DIE BUCHT, Kurzroman 1919



Drei Jungen auf dem Land, Niels, Johan und Christian, sind eine verschworene Gemeinschaft. Ihre Freundschaft wird begleitet von naturmagischen Erlebnissen an der Bucht. Die Pubertät, der Trieb und die Begierden schaffen allerdings Konflikte zwischen ihnen, Liebesrivalitäten entzweien sie und ihre Wege trennen sich. Niels studiert, Johann wandert aus und nur Kristian bleibt im Dorf und wird wohlhabender Gutsbesitzer. Aber Niels Sehnsucht nach etwas Unbekanntem, die auch sein Theologiestudium nicht stillen konnte, und die Erinnerung an die Bucht, die auch die anderen nicht vergessen können, führt sie wieder in ihrem Heimatdorf zusammen. Die Bucht öffnet Niels schließlich das Tor zur Ewigkeit, er findet durch sie das Geheimnis zwischen "letztem Blatt und Einband" im Buch des Lebens.

DER STEIN DER WEISEN 1923 (lieferbar 24.- Euro)



Dieses Buch wurde mehrfach verglichen mit Dostojewskis "Schuld und Sühne" und Dantes "Göttlicher Komödie". In faustischer Weise ringen die Protagonisten hier wie dort um das Ewige, und auch hier wird ihnen ein Blick in die Hölle zuteil, die denjenigen droht, die die fundamentale Unwirklichkeit dieses Daseins für sich als Wahrheit hinstellen und sich deren Werte zu Eigen machen. Deshalb folgen den höchsten Erhebungen die tiefsten Erniedrigungen. Jens Dahl hat ein visionäres Erlebnis, aber er möchte immer wie ein Erleuchteter aussehen, anstatt es zu sein; der skeptische Pfarrerssohn Barnes soll seinen neu-gierigen Geist und seinen schwächlichen Körper retten, indem er sich einer gurdjeffschen Rosskur unterzieht, um den neuen Menschen zu schaffen, während Holger, der gute Mensch, der ein Verbrechen begeht, im Zuchthaus büßt und schließlich den "paradoxen Triumph der Selbstauslöschung" vollbringt. Ein Buch voll der gewichtigsten und schönsten Wahrheiten.

MARTHA UND MARIA 1925



"Du bist hübsch und begabt", sagte er, "aber das sind so viele. Aber du hast die Pikanterie der Unschuld, die alle zu deinen Füßen zwingen wird." — "Nur dich nicht", sagte sie. — "Auch mich", versicherte er, "du darfst nicht an früher denken, du warst dir deiner Unschuld nicht bewusst. Wenn man sich ihrer zu bedienen weiß, beugen sich alle. Darin liegt die Macht über den menschlichen Geist. Siehst du aber die Unschuld nicht als einen Wert an, dessen du dich bedienen kannst, sondern bist du nur unschuldig, dann fallen die andern wie Wölfe über dich her und vernichten dich." Der Dichter-Philosoph Larsen entfaltet hier seine außergewöhnliche Fähigkeit, die scheinbar heillos verknoteten Fäden der Psychologie des menschlichen Geistes kunstvoll zu entwirren und uns daraus das Lebensbild zweier Frauen zu spinnen, zweier Schwestern, die als zwei ewige Typen menschlichen Seins vom Schicksal getrennt werden und lernen, an ihm zu wachsen, lernen, ihre geistige Unschuld zu bewahren und dem Vergänglichen den ewigen Sinn abzuringen.

HEILIGUNG ODER DIE GEMEINDE DIE IN DEN HIMMEL WÄCHST 1928



Im "Stein der Weisen" werden zwei Personen beschrieben, Brüderchen und Maj, die hier auf Erden nichts mehr zu lernen haben und für die ihr Leben selbst kaum mehr eine Bedeutung hat, wohl aber für andere Menschen. Ein solcher Mensch ist auch Hans, der Protagonist dieses Romans. Nach großartig bestandenem Abitur erfährt er den Ruhm und die Anerkennung seiner Umwelt, seine Zukunft lässt Großes hoffen. Er kehrt jedoch in sein Heimatdorf zurück, um sich einem Leben zu widmen, das eben nicht mehr nur äußerlichen Zwecken unterworfen ist. Auch in diesem Roman sind es gerade die einfachen Menschen, die das "wahre" Leben führen, das die Aspekte von Zeit und Ewigkeit im Hier und Jetzt verwirklicht. Intellektuelle äußerliche Kenntnisse erweisen sich, wie der Protagonist feststellt, als Hindernisse auf dem "Weg". Es zeigt sich, dass wir des Lebens selbst bedürfen statt der Lehre, was uns das Beispiel des einfachen Bauern Peder Still sinnfällig vor Augen führt. Dass dieses Buch trotzdem die ein oder andere "Lehre" bereithält, davon zeugen die humorvollen, immer jedoch tiefgründigen Anekdoten und Geschichten des Kandidaten Rasmus Schnack, der dabei mit der biblischen Geschichte, wie sie von den Theologen verstanden wird, gründlich aufräumt. Peder Still, Rasmus Schnack und insbesondere der Held des Romans werden zum Beispiel und Vorbild für ihre Mitmenschen, können sie in diesen doch eine Ahnung für die Fülle des wirklichen Lebens wecken - und so einer ganzen Dorfgemeinschaft helfen, dem Himmel ein Stück weit "entgegenzuwachsen".

RAUSCH 1931

Protagonist dieses Romans ist der Lehrer Gudum, der sich in seiner Jugend auf Reise begibt, um die östlichen Weltreligionen zu studieren und der ein Buch über die religiösen Gefühle der westlichen Welt schreiben will. Er macht seine Ewigkeitserfahrung jedoch zu einem sensationellen Erlebnis. Gudum erliegt dem "heiligen Rausch", der ihn vom Leben um ihn herum abzieht; seine Frau sucht sich einen Liebhaber, die Familie droht zu zerbrechen. Was dem gläubigen Gudum versagt bleibt, wird letztlich seinem ungläubigen und ruhelosen Freund Bording zuteil. Der Selbstmord der von ihm verschmähten und wesentlich jüngeren Geliebten führt ihn zur Erkenntnis des Ewigen und zum Frieden mit sich selbst. Anders als andere Romane Larsens, die im ländlichen Milieu spielen, schildert "Rausch" das moderne städtische Schicksal eines gebildeten Mittelstandbürgertums.

ICH WILL WAS ICH SOLL ODER KÖNIG LEAR VON SVENDBORG 1932



Niels zieht es magisch vom Land zum Theater nach Kopenhagen. Sein geniales Talent wird von einem Theaterdirektor erkannt, der den jungen Mann engagiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint ein großartiger Erfolg vorprogrammiert. Aber Niels hat inzwischen tiefen Einblick in die Fragwürdigkeit jener Welt des schönen Scheins gewonnen, der seine große Liebe, ebenfalls Schauspielerin, erlegen ist. Er steht vor der entscheidenden Lebensfrage: Soll ich, was ich will? Ist mein Glück bestimmt von äußeren Umständen oder anderen Menschen, ist es abhängig von Erfolg und Anerkennung?
Auf den ersten Blick ein Theaterroman, geschrieben von einem Dichter und Schauspieler, dem die Bühne die heilige Göttin und gleichzeitig die Hure war, und "die Schauspielerei eine schöne Kunst, ein schweres Handwerk und ein schmutziges Geschäft". Eigentlich aber ein Roman über die Welt als Schein, über das Vergängliche, das hier Ereignis wird, nicht über das Theater als moralische Anstalt im Schiller'schen Sinne, sondern über das Welttheater als unmoralische Anstalt und unser Verhältnis dazu.

OLSENS TORHEIT 1941 (lieferbar 21.- Euro)



Der, der weiß, steckt in der Nervenheilanstalt; die, die nicht wissen, laufen frei herum, aber meist "verkehrt". Anker Larsen variiert sein großes Thema, die Suche nach der Ewigkeit. Ein moderner tumber Parzival sucht den Heiligen Gral. Auf seinem Lebensritt folgt er als Theologiestudent, verkrachter Maler und Zirkusclown den Spuren Don Quichottes, verliebt sich in eine hysterische Malerin, in die Witwe eines Universitätsprofessors und in eine Zirkusreiterin, findet schließlich seinen geistigen Meister in Gestalt eines Zirkusartisten, der ihn auszubrechen lehrt aus diesem "internationalen Hotel mit hermetisch geschlossenen Türen und Fenstern", wie Olsen in einer genialen, albtraumähnlichen Vision das moderne Dasein beschreibt. Er geht vom Wollen zum Sein, vom Bogen zum Punkt, von der geschäftigen und bunten Welt zur ruhenden Mitte, zur "Seligkeit", wie Olsen sie nennt.

HANSEN 1949 (wird zur Zeit ins Deutsche übersetzt)



Hansen ist Larsens letzter Roman. Die Titelfigur, ein 64-jähriger Oberstudienrat, erlebt einen mystischen Durchbruch, der an Larsens eigene spirituelle Erlebnisse denken lässt, wie er sie in "Bei offener Tür" beschrieben hat. Er hat seine Tochter verloren und ist gefangen genommen von dem Mysterium des Todes. Anker Larsen geht in diesem Buch weit hinaus über eine rein deskriptive Darstellung des Mysteriums und sucht es zu erklären durch eine metaphysische Emanationslehre. Larsen formuliert einen scharfen Protest gegen Ideologien und elitäres Denken jeder Art. Dass das mystische Erlebnis eine Möglichkeit für den Alltagsmenschen ist, unterstreicht Larsen, indem er seinem Protagonisten den schlichten und in Dänemark häufigen Namen "Hansen" gibt. Die meisten großen Mystiker schildern den Weg zu ihren Erfahrungen eher in negativen Umschreibungen: Zeitlosigkeit, Unbewusstheit, Gegensatzlosigkeit, während Anker Larsen seine Erfahrungen positiv, klar und durchsichtig beschreibt.

2. VORTRÄGE UND SPIRITUELLE BIOGRAFIE von Anker Larsen

VOM WIRKLICHEN LEBEN



Vorträge, gehalten in Amersfoort 1927, Berlin 1928 und Zürich 1925
Das wirkliche Leben ist das Ewige Leben. Es ist ein Zustand der Seele und keine Fortsetzung in dieser oder jener Welt. Im täglichen Leben wissen die Menschen allein von der äußerlichen Kenntnis und deshalb ist die Ewigkeit eine leere Abstraktion geworden, die man verkehrt auffasst als eine Fortsetzung ins Unendliche. Für denjenigen, der an das Mysterium Magnum glaubt und es erlebt hat, ist aber nichts gleichgültiger als die Länge des Lebens. Der Mensch würde die Unsterblichkeit als eine schwere Strafe empfinden, wenn er immer ohne diesen Zustand der Seele leben müsste, ohne die Freude und Ruhe im Heiligen, die er nur im ewigen Jetzt erleben kann.

BEI OFFENER TÜR Ein Erlebnisbericht 1923



Die Biografie inneren Erlebens zeichnet den Weg eines Ewigkeitserlebers und seine Rückkehr zum "verlorenen Paradies". Dieser Weg führt Larsen über ein Studium an der theologischen Fakultät, die er mit einer Sandwüste vergleicht, zum Lesen der chinesischen, indischen, persischen und afrikanischen "Familiendokumente"; er führt ihn über ein erstes Aufblitzen innerlichen Sehens bis zu einer neuen Art der Wahr-nehmung. Er fühlt "Stärke, Wärme und Sicherheit in seine Seele strömen wie Luft in seine Lungen". Damit verbunden sind ein Nachlassen der Alltagsinteressen und das Gefühl einer innerlichen Befreiung. Larsen erlebt das wirkliche Leben als einen Seelenzustand. Der Bericht ist auch ein Schlüssel für ein vertieftes Verständnis seiner Romane.

3. NOVELLEN von Anker Larsen

Die Novellen sind zum größten Teil noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. In alter Übersetzung liegen vor die vier Novellen aus 1946 in dem Band "Liebe" und "Blumen aus dem Paradies". Das "Papierschiffchen" sowie "Niels Weihnachtsabend" sind in einer Zeitschrift erschienen.

Ein Traum (1904)
Der Kaufmann Berg begegnet im Traum dem ausgestopften Vogel, den er zu Weihnachten geschenkt bekommen hat; da dieser vor ihm flieht, will er sein Eigentum wieder einfangen. Durch den Vogel kommt er aber zur Selbsterkenntnis, etwas Hartes berührt seine Brust! Und der Vogel führt ihn "mitten hinein in das Herz der Welt". Dort sieht er seine eigene Unwissenheit und die der anderen.

Das Kind (1905)
Die Erinnerung an die visionäre Erscheinung eines engelhaften Kindes nimmt ein alter Schulleiter zum Anlass, in einem Weihnachtsbrief an seinen Freund diese Erscheinung, in der er die Unmittelbarkeit des Lebens erfahren hat, der Wesenlosigkeit intellektuellen und philosophischen Wissens gegenüberzustellen.

Ein Trottel (1905)
Rasmus, ein Trottel, heiratet Mine, die aber nur aus materiellen Gründen ihr Jawort gibt. Als Rasmus das erkennt, kommt es zu einer Kurzschlusshandlung, die ihm jedoch den reichsten Augenblick seines Lebens schenkt.

Eingesperrt (1905)
Hans wird von seiner Jugendliebe getrennt und ist fast sein ganzes Leben lang eingesperrt in seine Liebe. Viele Jahre später kommt es zu einer Wiederbegegnung -.

Eine strenge Zeit (1905)
ist die Soldatenzeit für Wolle; eine frühe Fassung der Geschichte "Ein Wunder" aus dem Novellenband "Liebe".

Geburtstagsgeschenk (1905)
Der Vater des kleinen Sofus, ein Alkoholiker, will an einem kalten Wintertag in die Stadt fahren, um die Hebamme für seine Frau und ein Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn mitzubringen; er landet jedoch wieder im Wirtshaus. Sofus begibt sich in Sorge um seine Mutter auf die Suche nach dem Vater -

Kristian Københavner (1905)
ist Alkoholiker und ertrinkt in einem Wasserloch, vor seinem inneren Auge zieht sein Leben an ihm vorbei: Hoffnung und Liebe, Enttäuschung und tiefste Armut -

Spinnen (1905)
symbolisieren in der Novelle die tierischen Natur; Nielsens Angst vor Spinnen spiegelt seine Angst vor seinen verdrängten sexuellen Begierden.

Niels Weihnachtsabend (1905)
Der kleine Niels erlebt auf einem benachbarten reichen Gutshof die scheinbar höchsten Freuden eines strahlenden und übersättigten Weihnachtsabends, auf dem Heimweg jedoch die tiefsten Ängste einer verlassenen Kinderseele, die er nur durch die Anrufung des "lieben kleinen Herrgotts" überwinden kann. Zuhause dämmert ihm auf, dass die einfache Feier seiner Eltern mit nur zwei Kerzen an ihm vorbei gegangen ist, ein wahrer Weihnachtsabend jenseits aller Scheinhaftigkeit.

Mein (1908)
Um sein Eigentum nicht zu verlieren, versucht der alternde Per Bunke in der Novelle »Mein« sich der Entwicklung der neuen Zeit zu widersetzen; aber da seine Seele an materiellen Dingen festhält, hindert er sich und andere an der Hinwendung zum formgebenden Aspekt und damit an innerem Wachstum und Entwicklung.

Macht (1908)
Niels, dessen Gesichtszüge denen Napoleons gleichen, sucht auf fanatische Weise Macht über Menschen zu bekommen, und scheut auch nicht die Hilfe des mittelalterlichen Zauberbuches "Cyprianus". Erst kurz vor seinem Tod erkennt er mit Hilfe des "Kandidaten", wo die wahre Macht liegt.

Magdalena vom Lande (1908)
Sine, die Magdalena vom Lande, kann weder in der Kirche noch beim Erweckungsprediger, in den sie sich verliebt, Halt finden; sie kann keine Ordnung in ihre religiösen und ihre erotischen Gefühle bringen, verlässt ihr Dorf und begegnet dem "Kandidaten" -

Der Kandidat (1908),
der "Ungläubige", wird begraben; er hinterlässt dem Pfarrer und denen, die es angeht, sein Tagebuch, das er in den letzten Tagen seines Lebens schrieb. Es berichtet uns über die Zeit seiner Liebe - über Zeiten der Tat - und Zeiten der Einkehr und der tiefen Schau. "Man hüte sich, sie zu vermischen."

Eros (1918)
Hans Jørgen vergisst über seiner pragmatischen Entscheidung für eine reiche Gutsbesitzerstochter die Liebe zu seiner Jugendfreundin Eline, die ihn jedoch immer den Reichtum und die Schönheit von etwas "anderem" ahnen lässt.

Menschenauge (1918)
ist eine Rahmenerzählung in Form eines Tagebuchs des verstorbenen Jens Adolf Stensen, der durch seine Tochter und seinen nahenden Tod lernt, mit dem Auge der Seele zu sehen.

Amor und Psyche (1918)
Ein junges Mädchen trifft in einem Wald dessen vom Tod gezeichneten Besitzer; sie erleben eine kurze rauschhafte Liebe. Nach seinem Tod lernt sie Magister Lynge kennen, der ihr inneres Kind, den geistigen Aspekt ihres Wesen weckt und ihre Augen für die tieferen Dimensionen des Daseins öffnet. Vorerst verbindet sie nur eine platonische Freundschaft -

Anno Domini MXMVIV (1918)
thematisiert in einem skurrilen Gespräch im Himmel zwischen Gott und seinen Erzengeln die leidvolle Erfahrung einer für die göttliche Botschaft unzugänglichen Menschheit.

Blumen vom Paradies (1918)
Einem Pfarrer wird in seiner letzten Stunde durch den zum wiederholten Mal in den Romanen auftretenden undogmatischen "Kandidaten von Skrøbely" seelische Hilfe zuteil, von einer Seite, der er sich ein Leben lang verschlossen hatte.

Treue (1946)
Der Journalist Andersen erhält ein Telegramm, das ihn vom Selbstmord eines Schul- und Studienfreundes - eines Pfarrers - unterrichtet, an den er nicht so recht glauben will. Mit journalistischem Spürsinn begibt sich Andersen auf eine Reise in die Vergangenheit, um den wunden Punkt im Leben seines Freundes zu finden.

Das Wunder (1946)
Wolle erlebt ein scheinbares Wunder, an das er zunächst selbst glaubt. Humorvoll und hintergründig wird geschildert, wie Wolles Frau und ein gemeinsamer Freund eine irdische Erklärung dafür finden. Als Wolle die Wahrheit erfährt, scheut er sich, diese seinen Mitmenschen einzugestehen, um deren Glauben nicht zu gefährden.

Irrsinn (1946)
Irrsinn ist es, die wahre Weisheit predigen zu wollen, anstatt sie zu leben. Zu dieser Erkenntnis kommt am Ende der Novelle Peter, der einstmals "Scheinheilige". Johann und Peter verlieben sich beide in Marie, in der Johann die Unschuld der verlorenen Kindheit sucht, Peter die Vergrößerung seines elterlichen Hofes. Marie heiratet jedoch einen Gutsverwalter. Peter wird Asket und kehrt nach einer Romreise als Heil(ig)er zurück, Johann als Maler und Frauenliebhaber. Marie hilft beiden, ihre Leidenschaften in wahre Liebe zu verwandeln.

Erfüllung (1946)
Eine Frau wartet ein Leben lang auf ihren Geliebten, der ihr die Heirat versprochen hatte, nachdem er im Ausland zu Geld kommen wollte. Die Art der Erfüllung ihrer Sehnsucht erinnert an Johann Peter Hebels Kalendergeschichte »Unverhofftes Wiedersehen«.

Das Papierschiffchen
Der Spielzeugfabrikant Borglum hat das Leben gründlich satt, er wünscht sich nur noch "weg". In einem Traum geht dieser Wunsch in Erfüllung; auf einem Papierschiffchen geht er auf eine Reise zu sich selbst.

Ein Mann und eine Frau
Ein alter Mann und eine Frau tragen eine schwere Last durch Wälder und über gefährliche Flüsse. Seine Liebe für sie ist erloschen, aber er findet sie wieder durch einen Traum und seine Einsicht über das Wesen der Liebe.

4. THEATERSTÜCKE von Anker Larsen,
teilweise in Zusammenarbeit mit Egill Rostrup

Der Sohn des Zeus 1935
Das Weib des Propheten 1935
Per Bunkes Vorgeschichten 1908
Schwarzer Peter 1913
Magdalena vom Lande 1912
Das Kind des Grafen
Ein einziges Ding
Niels Nielsen
Karl der Kühne
Karen, Maren und Mette 1910
Fünfhundert Prozent 1917

Die frühen Stücke haben mehr Boulevardtheater-Charakter; dennoch schimmert auch in diesen Stücken immer wieder die feine Ironie und der distanzierte Spott des Autors durch, aber auch seine Liebe zu den einfachen Menschen, die sich völlig ahnungslos in die wildesten dialektischen Verstrickungen begeben. Mit einem Augenzwinkern wird das Knäuel wieder aufgelöst. Außer »Per Bunkes Vorgeschichten« sind alle Theaterstücke bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt worden.

© Dr. J. Wolfgang Gramer, mYm Verlag 2003

 



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