Tsjechische
uitgaven:
Kámen
mudrcu - nakl. Jos. R. Vilímek, Praha 1925
Kámen mudrcu - Avatar, Praha 1999
Dvere dokorán, - Avatar, Praha 1925

Engelse
uitgaven:
The
Philosophers Stone

Duitse
uitgaven:
1. ROMANE von Anker Larsen
PFINGSTSONNTAG
ODER PASTOR NEMOS HEIMSUCHUNG 1912

Im Mittelpunkt dieses Buches steht das religiöse Gefühl
des Pastor Nemo, der durch ein schweres Unglück eines
seiner Gemeindemitglieder und dessen bohrende Fragen, warum
sein Gott ihn nicht vor diesem Unglück beschützt
habe, in tiefste Gewissenskonflikte mit seinem Glauben und
den Lehre der Kirche gerät. Er fühlt seine klassische
seelsorgerische Hilfe mehr und mehr ins Leere gehen, versucht
sich dem Leben zu stellen, aber es wird wieder nur eine
Lebensanschauung daraus. Zum Schluss muss er nach vielen
bitteren inneren Kämpfen einsehen, dass unsere Seele
nur dann frei werden kann, wenn wir von dem, was wir am
meisten lieben, ohne Schmerz Abschied nehmen können.
KAREN KRUSE 1912 (bisher nicht ins Deutsche übersetzt)

Der Roman handelt in halb märchenhaftem Stil von zwei
Armenhauskindern. Andreas wandert aus, Karen, unverheiratete
Mutter, lernt bei einem gutherzigen armen Einsiedler im
Wald dessen Geheimnisse, die ihr zugute kommen, sodass sie
bei den Menschen sehr angesehen ist. Er lehrt sie, den Reichtum
zu finden "in dem, was zurückbleibt, wenn man
an den Menschen gelitten hat". Andreas kehrt reich
aus dem Ausland zurück ins heimatliche Dänemark
und kauft den Hof, auf dem er als Kind ungerecht behandelt
wurde.
DIE BUCHT, Kurzroman 1919

Drei Jungen auf dem Land, Niels, Johan und Christian, sind
eine verschworene Gemeinschaft. Ihre Freundschaft wird begleitet
von naturmagischen Erlebnissen an der Bucht. Die Pubertät,
der Trieb und die Begierden schaffen allerdings Konflikte
zwischen ihnen, Liebesrivalitäten entzweien sie und
ihre Wege trennen sich. Niels studiert, Johann wandert aus
und nur Kristian bleibt im Dorf und wird wohlhabender Gutsbesitzer.
Aber Niels Sehnsucht nach etwas Unbekanntem, die auch sein
Theologiestudium nicht stillen konnte, und die Erinnerung
an die Bucht, die auch die anderen nicht vergessen können,
führt sie wieder in ihrem Heimatdorf zusammen. Die
Bucht öffnet Niels schließlich das Tor zur Ewigkeit,
er findet durch sie das Geheimnis zwischen "letztem
Blatt und Einband" im Buch des Lebens.
DER STEIN DER WEISEN 1923 (lieferbar 24.- Euro)

Dieses Buch wurde mehrfach verglichen mit Dostojewskis "Schuld
und Sühne" und Dantes "Göttlicher Komödie".
In faustischer Weise ringen die Protagonisten hier wie dort
um das Ewige, und auch hier wird ihnen ein Blick in die
Hölle zuteil, die denjenigen droht, die die fundamentale
Unwirklichkeit dieses Daseins für sich als Wahrheit
hinstellen und sich deren Werte zu Eigen machen. Deshalb
folgen den höchsten Erhebungen die tiefsten Erniedrigungen.
Jens Dahl hat ein visionäres Erlebnis, aber er möchte
immer wie ein Erleuchteter aussehen, anstatt es zu sein;
der skeptische Pfarrerssohn Barnes soll seinen neu-gierigen
Geist und seinen schwächlichen Körper retten,
indem er sich einer gurdjeffschen Rosskur unterzieht, um
den neuen Menschen zu schaffen, während Holger, der
gute Mensch, der ein Verbrechen begeht, im Zuchthaus büßt
und schließlich den "paradoxen Triumph der Selbstauslöschung"
vollbringt. Ein Buch voll der gewichtigsten und schönsten
Wahrheiten.
MARTHA UND MARIA 1925

"Du bist hübsch und begabt", sagte er, "aber
das sind so viele. Aber du hast die Pikanterie der Unschuld,
die alle zu deinen Füßen zwingen wird."
"Nur dich nicht", sagte sie. "Auch
mich", versicherte er, "du darfst nicht an früher
denken, du warst dir deiner Unschuld nicht bewusst. Wenn
man sich ihrer zu bedienen weiß, beugen sich alle.
Darin liegt die Macht über den menschlichen Geist.
Siehst du aber die Unschuld nicht als einen Wert an, dessen
du dich bedienen kannst, sondern bist du nur unschuldig,
dann fallen die andern wie Wölfe über dich her
und vernichten dich." Der Dichter-Philosoph Larsen
entfaltet hier seine außergewöhnliche Fähigkeit,
die scheinbar heillos verknoteten Fäden der Psychologie
des menschlichen Geistes kunstvoll zu entwirren und uns
daraus das Lebensbild zweier Frauen zu spinnen, zweier Schwestern,
die als zwei ewige Typen menschlichen Seins vom Schicksal
getrennt werden und lernen, an ihm zu wachsen, lernen, ihre
geistige Unschuld zu bewahren und dem Vergänglichen
den ewigen Sinn abzuringen.
HEILIGUNG ODER DIE GEMEINDE DIE IN DEN HIMMEL WÄCHST
1928

Im "Stein der Weisen" werden zwei Personen beschrieben,
Brüderchen und Maj, die hier auf Erden nichts mehr
zu lernen haben und für die ihr Leben selbst kaum mehr
eine Bedeutung hat, wohl aber für andere Menschen.
Ein solcher Mensch ist auch Hans, der Protagonist dieses
Romans. Nach großartig bestandenem Abitur erfährt
er den Ruhm und die Anerkennung seiner Umwelt, seine Zukunft
lässt Großes hoffen. Er kehrt jedoch in sein
Heimatdorf zurück, um sich einem Leben zu widmen, das
eben nicht mehr nur äußerlichen Zwecken unterworfen
ist. Auch in diesem Roman sind es gerade die einfachen Menschen,
die das "wahre" Leben führen, das die Aspekte
von Zeit und Ewigkeit im Hier und Jetzt verwirklicht. Intellektuelle
äußerliche Kenntnisse erweisen sich, wie der
Protagonist feststellt, als Hindernisse auf dem "Weg".
Es zeigt sich, dass wir des Lebens selbst bedürfen
statt der Lehre, was uns das Beispiel des einfachen Bauern
Peder Still sinnfällig vor Augen führt. Dass dieses
Buch trotzdem die ein oder andere "Lehre" bereithält,
davon zeugen die humorvollen, immer jedoch tiefgründigen
Anekdoten und Geschichten des Kandidaten Rasmus Schnack,
der dabei mit der biblischen Geschichte, wie sie von den
Theologen verstanden wird, gründlich aufräumt.
Peder Still, Rasmus Schnack und insbesondere der Held des
Romans werden zum Beispiel und Vorbild für ihre Mitmenschen,
können sie in diesen doch eine Ahnung für die
Fülle des wirklichen Lebens wecken - und so einer ganzen
Dorfgemeinschaft helfen, dem Himmel ein Stück weit
"entgegenzuwachsen".
RAUSCH 1931
Protagonist dieses Romans ist der Lehrer Gudum, der sich
in seiner Jugend auf Reise begibt, um die östlichen
Weltreligionen zu studieren und der ein Buch über die
religiösen Gefühle der westlichen Welt schreiben
will. Er macht seine Ewigkeitserfahrung jedoch zu einem
sensationellen Erlebnis. Gudum erliegt dem "heiligen
Rausch", der ihn vom Leben um ihn herum abzieht; seine
Frau sucht sich einen Liebhaber, die Familie droht zu zerbrechen.
Was dem gläubigen Gudum versagt bleibt, wird letztlich
seinem ungläubigen und ruhelosen Freund Bording zuteil.
Der Selbstmord der von ihm verschmähten und wesentlich
jüngeren Geliebten führt ihn zur Erkenntnis des
Ewigen und zum Frieden mit sich selbst. Anders als andere
Romane Larsens, die im ländlichen Milieu spielen, schildert
"Rausch" das moderne städtische Schicksal
eines gebildeten Mittelstandbürgertums.
ICH WILL WAS ICH SOLL ODER KÖNIG LEAR VON SVENDBORG
1932

Niels zieht es magisch vom Land zum Theater nach Kopenhagen.
Sein geniales Talent wird von einem Theaterdirektor erkannt,
der den jungen Mann engagiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten
scheint ein großartiger Erfolg vorprogrammiert. Aber
Niels hat inzwischen tiefen Einblick in die Fragwürdigkeit
jener Welt des schönen Scheins gewonnen, der seine
große Liebe, ebenfalls Schauspielerin, erlegen ist.
Er steht vor der entscheidenden Lebensfrage: Soll ich, was
ich will? Ist mein Glück bestimmt von äußeren
Umständen oder anderen Menschen, ist es abhängig
von Erfolg und Anerkennung?
Auf den ersten Blick ein Theaterroman, geschrieben von einem
Dichter und Schauspieler, dem die Bühne die heilige
Göttin und gleichzeitig die Hure war, und "die
Schauspielerei eine schöne Kunst, ein schweres Handwerk
und ein schmutziges Geschäft". Eigentlich aber
ein Roman über die Welt als Schein, über das Vergängliche,
das hier Ereignis wird, nicht über das Theater als
moralische Anstalt im Schiller'schen Sinne, sondern über
das Welttheater als unmoralische Anstalt und unser Verhältnis
dazu.
OLSENS TORHEIT 1941 (lieferbar 21.- Euro)

Der, der weiß, steckt in der Nervenheilanstalt; die,
die nicht wissen, laufen frei herum, aber meist "verkehrt".
Anker Larsen variiert sein großes Thema, die Suche
nach der Ewigkeit. Ein moderner tumber Parzival sucht den
Heiligen Gral. Auf seinem Lebensritt folgt er als Theologiestudent,
verkrachter Maler und Zirkusclown den Spuren Don Quichottes,
verliebt sich in eine hysterische Malerin, in die Witwe
eines Universitätsprofessors und in eine Zirkusreiterin,
findet schließlich seinen geistigen Meister in Gestalt
eines Zirkusartisten, der ihn auszubrechen lehrt aus diesem
"internationalen Hotel mit hermetisch geschlossenen
Türen und Fenstern", wie Olsen in einer genialen,
albtraumähnlichen Vision das moderne Dasein beschreibt.
Er geht vom Wollen zum Sein, vom Bogen zum Punkt, von der
geschäftigen und bunten Welt zur ruhenden Mitte, zur
"Seligkeit", wie Olsen sie nennt.
HANSEN 1949 (wird zur Zeit ins Deutsche übersetzt)

Hansen ist Larsens letzter Roman. Die Titelfigur, ein 64-jähriger
Oberstudienrat, erlebt einen mystischen Durchbruch, der
an Larsens eigene spirituelle Erlebnisse denken lässt,
wie er sie in "Bei offener Tür" beschrieben
hat. Er hat seine Tochter verloren und ist gefangen genommen
von dem Mysterium des Todes. Anker Larsen geht in diesem
Buch weit hinaus über eine rein deskriptive Darstellung
des Mysteriums und sucht es zu erklären durch eine
metaphysische Emanationslehre. Larsen formuliert einen scharfen
Protest gegen Ideologien und elitäres Denken jeder
Art. Dass das mystische Erlebnis eine Möglichkeit für
den Alltagsmenschen ist, unterstreicht Larsen, indem er
seinem Protagonisten den schlichten und in Dänemark
häufigen Namen "Hansen" gibt. Die meisten
großen Mystiker schildern den Weg zu ihren Erfahrungen
eher in negativen Umschreibungen: Zeitlosigkeit, Unbewusstheit,
Gegensatzlosigkeit, während Anker Larsen seine Erfahrungen
positiv, klar und durchsichtig beschreibt.
2.
VORTRÄGE UND SPIRITUELLE BIOGRAFIE von Anker Larsen
VOM
WIRKLICHEN LEBEN

Vorträge, gehalten in Amersfoort 1927, Berlin 1928
und Zürich 1925
Das wirkliche Leben ist das Ewige Leben. Es ist ein Zustand
der Seele und keine Fortsetzung in dieser oder jener Welt.
Im täglichen Leben wissen die Menschen allein von der
äußerlichen Kenntnis und deshalb ist die Ewigkeit
eine leere Abstraktion geworden, die man verkehrt auffasst
als eine Fortsetzung ins Unendliche. Für denjenigen,
der an das Mysterium Magnum glaubt und es erlebt hat, ist
aber nichts gleichgültiger als die Länge des Lebens.
Der Mensch würde die Unsterblichkeit als eine schwere
Strafe empfinden, wenn er immer ohne diesen Zustand der
Seele leben müsste, ohne die Freude und Ruhe im Heiligen,
die er nur im ewigen Jetzt erleben kann.
BEI OFFENER TÜR Ein Erlebnisbericht 1923
Die Biografie inneren Erlebens zeichnet den Weg eines Ewigkeitserlebers
und seine Rückkehr zum "verlorenen Paradies".
Dieser Weg führt Larsen über ein Studium an der
theologischen Fakultät, die er mit einer Sandwüste
vergleicht, zum Lesen der chinesischen, indischen, persischen
und afrikanischen "Familiendokumente"; er führt
ihn über ein erstes Aufblitzen innerlichen Sehens bis
zu einer neuen Art der Wahr-nehmung. Er fühlt "Stärke,
Wärme und Sicherheit in seine Seele strömen wie
Luft in seine Lungen". Damit verbunden sind ein Nachlassen
der Alltagsinteressen und das Gefühl einer innerlichen
Befreiung. Larsen erlebt das wirkliche Leben als einen Seelenzustand.
Der Bericht ist auch ein Schlüssel für ein vertieftes
Verständnis seiner Romane.
3.
NOVELLEN von Anker Larsen
Die
Novellen sind zum größten Teil noch nicht ins
Deutsche übersetzt worden. In alter Übersetzung
liegen vor die vier Novellen aus 1946 in dem Band "Liebe"
und "Blumen aus dem Paradies". Das "Papierschiffchen"
sowie "Niels Weihnachtsabend" sind in einer Zeitschrift
erschienen.
Ein Traum (1904)
Der Kaufmann Berg begegnet im Traum dem ausgestopften Vogel,
den er zu Weihnachten geschenkt bekommen hat; da dieser
vor ihm flieht, will er sein Eigentum wieder einfangen.
Durch den Vogel kommt er aber zur Selbsterkenntnis, etwas
Hartes berührt seine Brust! Und der Vogel führt
ihn "mitten hinein in das Herz der Welt". Dort
sieht er seine eigene Unwissenheit und die der anderen.
Das Kind (1905)
Die Erinnerung an die visionäre Erscheinung eines engelhaften
Kindes nimmt ein alter Schulleiter zum Anlass, in einem
Weihnachtsbrief an seinen Freund diese Erscheinung, in der
er die Unmittelbarkeit des Lebens erfahren hat, der Wesenlosigkeit
intellektuellen und philosophischen Wissens gegenüberzustellen.
Ein Trottel (1905)
Rasmus, ein Trottel, heiratet Mine, die aber nur aus materiellen
Gründen ihr Jawort gibt. Als Rasmus das erkennt, kommt
es zu einer Kurzschlusshandlung, die ihm jedoch den reichsten
Augenblick seines Lebens schenkt.
Eingesperrt (1905)
Hans wird von seiner Jugendliebe getrennt und ist fast sein
ganzes Leben lang eingesperrt in seine Liebe. Viele Jahre
später kommt es zu einer Wiederbegegnung -.
Eine strenge Zeit (1905)
ist die Soldatenzeit für Wolle; eine frühe Fassung
der Geschichte "Ein Wunder" aus dem Novellenband
"Liebe".
Geburtstagsgeschenk (1905)
Der Vater des kleinen Sofus, ein Alkoholiker, will an einem
kalten Wintertag in die Stadt fahren, um die Hebamme für
seine Frau und ein Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn
mitzubringen; er landet jedoch wieder im Wirtshaus. Sofus
begibt sich in Sorge um seine Mutter auf die Suche nach
dem Vater -
Kristian Københavner (1905)
ist Alkoholiker und ertrinkt in einem Wasserloch, vor seinem
inneren Auge zieht sein Leben an ihm vorbei: Hoffnung und
Liebe, Enttäuschung und tiefste Armut -
Spinnen (1905)
symbolisieren in der Novelle die tierischen Natur; Nielsens
Angst vor Spinnen spiegelt seine Angst vor seinen verdrängten
sexuellen Begierden.
Niels Weihnachtsabend (1905)
Der kleine Niels erlebt auf einem benachbarten reichen Gutshof
die scheinbar höchsten Freuden eines strahlenden und
übersättigten Weihnachtsabends, auf dem Heimweg
jedoch die tiefsten Ängste einer verlassenen Kinderseele,
die er nur durch die Anrufung des "lieben kleinen Herrgotts"
überwinden kann. Zuhause dämmert ihm auf, dass
die einfache Feier seiner Eltern mit nur zwei Kerzen an
ihm vorbei gegangen ist, ein wahrer Weihnachtsabend jenseits
aller Scheinhaftigkeit.
Mein (1908)
Um sein Eigentum nicht zu verlieren, versucht der alternde
Per Bunke in der Novelle »Mein« sich der Entwicklung
der neuen Zeit zu widersetzen; aber da seine Seele an materiellen
Dingen festhält, hindert er sich und andere an der
Hinwendung zum formgebenden Aspekt und damit an innerem
Wachstum und Entwicklung.
Macht (1908)
Niels, dessen Gesichtszüge denen Napoleons gleichen,
sucht auf fanatische Weise Macht über Menschen zu bekommen,
und scheut auch nicht die Hilfe des mittelalterlichen Zauberbuches
"Cyprianus". Erst kurz vor seinem Tod erkennt
er mit Hilfe des "Kandidaten", wo die wahre Macht
liegt.
Magdalena vom Lande (1908)
Sine, die Magdalena vom Lande, kann weder in der Kirche
noch beim Erweckungsprediger, in den sie sich verliebt,
Halt finden; sie kann keine Ordnung in ihre religiösen
und ihre erotischen Gefühle bringen, verlässt
ihr Dorf und begegnet dem "Kandidaten" -
Der Kandidat (1908),
der "Ungläubige", wird begraben; er hinterlässt
dem Pfarrer und denen, die es angeht, sein Tagebuch, das
er in den letzten Tagen seines Lebens schrieb. Es berichtet
uns über die Zeit seiner Liebe - über Zeiten der
Tat - und Zeiten der Einkehr und der tiefen Schau. "Man
hüte sich, sie zu vermischen."
Eros (1918)
Hans Jørgen vergisst über seiner pragmatischen
Entscheidung für eine reiche Gutsbesitzerstochter die
Liebe zu seiner Jugendfreundin Eline, die ihn jedoch immer
den Reichtum und die Schönheit von etwas "anderem"
ahnen lässt.
Menschenauge (1918)
ist eine Rahmenerzählung in Form eines Tagebuchs des
verstorbenen Jens Adolf Stensen, der durch seine Tochter
und seinen nahenden Tod lernt, mit dem Auge der Seele zu
sehen.
Amor und Psyche (1918)
Ein junges Mädchen trifft in einem Wald dessen vom
Tod gezeichneten Besitzer; sie erleben eine kurze rauschhafte
Liebe. Nach seinem Tod lernt sie Magister Lynge kennen,
der ihr inneres Kind, den geistigen Aspekt ihres Wesen weckt
und ihre Augen für die tieferen Dimensionen des Daseins
öffnet. Vorerst verbindet sie nur eine platonische
Freundschaft -
Anno Domini MXMVIV (1918)
thematisiert in einem skurrilen Gespräch im Himmel
zwischen Gott und seinen Erzengeln die leidvolle Erfahrung
einer für die göttliche Botschaft unzugänglichen
Menschheit.
Blumen vom Paradies (1918)
Einem Pfarrer wird in seiner letzten Stunde durch den zum
wiederholten Mal in den Romanen auftretenden undogmatischen
"Kandidaten von Skrøbely" seelische Hilfe
zuteil, von einer Seite, der er sich ein Leben lang verschlossen
hatte.
Treue (1946)
Der Journalist Andersen erhält ein Telegramm, das ihn
vom Selbstmord eines Schul- und Studienfreundes - eines
Pfarrers - unterrichtet, an den er nicht so recht glauben
will. Mit journalistischem Spürsinn begibt sich Andersen
auf eine Reise in die Vergangenheit, um den wunden Punkt
im Leben seines Freundes zu finden.
Das Wunder (1946)
Wolle erlebt ein scheinbares Wunder, an das er zunächst
selbst glaubt. Humorvoll und hintergründig wird geschildert,
wie Wolles Frau und ein gemeinsamer Freund eine irdische
Erklärung dafür finden. Als Wolle die Wahrheit
erfährt, scheut er sich, diese seinen Mitmenschen einzugestehen,
um deren Glauben nicht zu gefährden.
Irrsinn (1946)
Irrsinn ist es, die wahre Weisheit predigen zu wollen, anstatt
sie zu leben. Zu dieser Erkenntnis kommt am Ende der Novelle
Peter, der einstmals "Scheinheilige". Johann und
Peter verlieben sich beide in Marie, in der Johann die Unschuld
der verlorenen Kindheit sucht, Peter die Vergrößerung
seines elterlichen Hofes. Marie heiratet jedoch einen Gutsverwalter.
Peter wird Asket und kehrt nach einer Romreise als Heil(ig)er
zurück, Johann als Maler und Frauenliebhaber. Marie
hilft beiden, ihre Leidenschaften in wahre Liebe zu verwandeln.
Erfüllung (1946)
Eine Frau wartet ein Leben lang auf ihren Geliebten, der
ihr die Heirat versprochen hatte, nachdem er im Ausland
zu Geld kommen wollte. Die Art der Erfüllung ihrer
Sehnsucht erinnert an Johann Peter Hebels Kalendergeschichte
»Unverhofftes Wiedersehen«.
Das Papierschiffchen
Der Spielzeugfabrikant Borglum hat das Leben gründlich
satt, er wünscht sich nur noch "weg". In
einem Traum geht dieser Wunsch in Erfüllung; auf einem
Papierschiffchen geht er auf eine Reise zu sich selbst.
Ein Mann und eine Frau
Ein alter Mann und eine Frau tragen eine schwere Last durch
Wälder und über gefährliche Flüsse.
Seine Liebe für sie ist erloschen, aber er findet sie
wieder durch einen Traum und seine Einsicht über das
Wesen der Liebe.
4.
THEATERSTÜCKE von Anker Larsen,
teilweise in Zusammenarbeit mit Egill Rostrup
Der
Sohn des Zeus 1935
Das Weib des Propheten 1935
Per Bunkes Vorgeschichten 1908
Schwarzer Peter 1913
Magdalena vom Lande 1912
Das Kind des Grafen
Ein einziges Ding
Niels Nielsen
Karl der Kühne
Karen, Maren und Mette 1910
Fünfhundert Prozent 1917
Die
frühen Stücke haben mehr Boulevardtheater-Charakter;
dennoch schimmert auch in diesen Stücken immer wieder
die feine Ironie und der distanzierte Spott des Autors durch,
aber auch seine Liebe zu den einfachen Menschen, die sich
völlig ahnungslos in die wildesten dialektischen Verstrickungen
begeben. Mit einem Augenzwinkern wird das Knäuel wieder
aufgelöst. Außer »Per Bunkes Vorgeschichten«
sind alle Theaterstücke bisher noch nicht ins Deutsche
übersetzt worden.
© Dr. J. Wolfgang Gramer, mYm Verlag 2003
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